Den Tag hatten wir mit einem ausgiebigen Frühstück gestartet. Sami und ich waren fix einkaufen, Rahel kam vorbei, ich habe meine Wäsche gemacht. Irgendwie ist unser Wäscheständer so klein, dass man maximal ein Shirt, einen Pullover und etwas Unterwäsche waschen kann, weil man mehr gar nicht aufhängen kann. Am vorherigen Abend hatte Mikkeline uns davon erzählt, dass es gegenüber vom Supermarkt hier direkt um die Ecke einen kleinen Laden gibt, in dem man Hühner kaufen kann!? Und tatsächlich – ein kleiner Store mit recht vielen Hühnern drin. Man kann entweder eins der Hühner kaufen und… es zu Hause halten? Oder eben die frisch gelegten Eier. Irgendwie klang die Idee cute, aber in real life war das ganz schön traurig.
Haben uns davon aber nicht den Tag verderben lassen, haben schön gefrühstückt, Musik gehört und etwas zu spät für unsere Verabredung das Haus verlassen. 30 Minuten brauchten wir zu Fuß, waren bereits 10 Minuten zu spät, aber die Bahn wäre auch nicht schneller gewesen – walking it is, as always, aber ich mag’s. Eigentlich hatten wir uns um 15 Uhr mit Ata und Malte verabredet, damit alle spätestens um 16:30 da sind (scheinbar zieht sich das mit dem „ein bisschen zu spät kommen“ aus Leipzig auch durch Paris).
Zum ersten Mal seit meiner Ankunft scheint die Sonne, deswegen war es richtig wohltuend, zum Kanal zu laufen, um dort Boule zu spielen. Ata war pünktlich und hatte bereits auf uns gewartet, sich einen Kaffee geholt und war sichtlich erfreut, als wir eingetrudelt kamen! Der Ort am Kanal war recht gut besucht, überall standen Stühle und Bänke und viele Menschen treffen sich hier scheinbar, um Pétangue zu spielen. Hier gibt’s viele Kinos, viele Tische, viel Kaffee, viel Wein. Werde sicher nochmal hier die Sonne genießen!
Kurz nachdem wir uns begrüßt hatten, ist auch Malte angekommen. Zum Glück waren wir also nicht die Letzten. Anfangs hatten wir lange überlegt, wie wir spielen, aufgrund der ungeraden Anzahl an Mitspieler:innen. Haben uns dann einfach dazu entschieden, 2 gegen 2 gegen 1 zu spielen. Im ersten Match spielte Malte allein, Ata mit Rahel und ich zusammen mit Sami. Rahel und Ata hatten gewonnen, Malte hatte vielleicht so 6 oder 7 Punkte und Sami und ich… wir hatten einen. Im zweiten Match habe ich allein gespielt und ich weiß nicht, ob es daran lag, dass ich Sami beeindrucken wollte und deswegen zu viel Druck auf mich selbst ausgeübt habe, aber im zweiten Match war ich etwas besser: 2 Punkte. Wir nähern uns dem Sieg! Irgendwann… Ata ist auf jeden Fall richtig gut und man merkt, dass er das öfter spielt. (Beim Tippen dieses Posts ist übrigens gerade der 6. April und Rahel hat eben die Wohnung verlassen, Sami und ich liegen auf der Couch am Laptop, die Sonne scheint und gleich sind wir wieder mit Ata zum Boule spielen verabredet – Spoiler!)
Nach dem Match haben wir uns noch ein kleines Bier in der Sonne geholt und ich habe gelernt, dass man nicht „kleines Demir“ sagt, sondern einfach nur „Demir“, weil es sonst so wäre, als würde ich „kleines Kölsch“ sagen. Zack – nach und nach lerne ich alle wichtigen Language-Skills! Ata musste danach aber schon los, da er mit Mikkeline für die Oper verabredet war. Wir haben aber weiterhin die Sonne genossen, noch einen Kaffee getrunken und sind dann – ohne Malte – etwas essen gegangen. Malte wollte zu Hause noch fix Wäsche waschen und dann wieder dazustoßen.
Rahel, Sami und ich sind dann auf Empfehlung von Malte zum besten Bánh-Mì-Place der Stadt gegangen – auch wenn der etwas weiter weg war. Aber laufen tat ja gut in der Sonne, also let’s go. Nur so lerne ich die Stadt ja auch besser kennen. Das Bánh Mì war übrigens richtig gut! Zwei alte Damen hatten den Laden betrieben und als ich ihnen auf meinem Handy einen übersetzten Text gezeigt habe, dass es super lecker gewesen sei, haben beide bis hinter die Ohren gestrahlt!
Danach waren wir zum ersten Mal im Park – das war vielleicht mein Highlight des Tages. Es hat schon so stark nach Frühling gerochen, vieles war am Blühen und die Kronen der Bäume waren schon grün – fuck, hab ich das vermisst. Ich liebe das so sehr. Wir sind erstmal rumgeschlendert, bis wir in der Ferne die perfekte Parkbank entdeckt haben. Sami ist direkt im schnellen Schritt vorgesprintet – er meinte, er kann am schnellsten laufen – um die Bank zu sichern. Zack – gesagt, getan. Ein echter Macher, der Sami. Super Aussicht, endlich etwas zur Ruhe kommen und noch mehr als eine Stunde bis zum Sonnenuntergang.
Wir hatten uns vorher beim Kiosk ein, zwei Drinks geholt, also war das erstmal unser place to stay. Aus irgendeinem Grund hatten wir schon länger „Please, Please, Please, Let Me Get What I Want“ von The Smiths als Ohrwurm, also haben wir den Song über Rahels Handy mit dieser Aussicht gehört. Sam würde sagen, es war ein „gvv!“ – ein gottverdammter Vibe.
Als die Sonne untergegangen ist und plötzlich jemand mit einer Trillerpfeife alle Leute dazu gezwungen hat, den Park zu verlassen – ja, die machen hier nämlich einfach um 20 Uhr zu – sind wir zu unserer Verabredung mit Malte in einer Billardhalle losspaziert. Auf dem Weg dahin hat sich unser Ohrwurm von The Smiths zu „Feel the Love Generation” geshiftet – finally was anderes.
Dort angekommen hatte Malte uns bereits in die Liste eingetragen, aber wir mussten noch etwa zwei Stunden warten, die wir draußen vor dem Laden verbracht haben – wie eigentlich überall hier. Man sitzt immer draußen vor den Läden, auch weil man drinnen nicht rauchen darf. Irgendwie mag ich das, aber richtig enjoyen werde ich es wohl erst, wenn es auch nachts etwas wärmer ist. Als wir dann endlich spielen konnten, sind wir rein, haben mehrere Runden gespielt und hatten viel Spaß. Malte hat zwischendurch ein paar Bekannte getroffen, wovon einer ein recht bekannter Skater ist, der unter anderem für Supreme fährt. Ich habe ja mein Board dabei – let’s see. Vielleicht connected man ja irgendwann mal, lol. Ah, ich vergaß! Leon, ein Freund von Rahel und Malte, ist noch dazugestoßen beim Billard. Leon ist super nett. Er arbeitet hier in einer Galerie, die super famous ist und fast über 300k Follower auf Instagram hat – ich habe aber den Namen vergessen. Irgendwas mit Tatdejus, wie bei Spongbob? Ich werde es noch herausfinden.
Danach sind wir noch im asiatischen Viertel auf einen Drink in eine Bar gegangen und dann heeeeeeim schlafen ◝(ᵔᗜᵔ)◜ 🐾
* ah, stimmt gar nicht. Haben ein letzten Drink vor Mikkelines Haustür noch mit Leon zusammen getrunken, aber die wohnen ja direkt um die Ecke, also sind wir danach eignetlich direkt ins Bett gefallen haha ups.
xoxo Gerro